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Parallelbericht

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Pressemeldung 7.12.2011

Gauting / Genf

 UN kritisiert erneut GVO in der Landwirtschaft

 Nächster großer Erfolg gegen GVO in der Landwirtschaft:

Das UN-Komitee für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte kritisiert die Nutzung von GVO in der Landwirtschaft in Argentinien und verlangt von der argentinischen Regierung dringende Maßnahmen, um die traditionellen Anbaumethoden der indigenen Dörfer zu erhalten und ihren Zugang zu sicherer, adäquater und bezahlbarer Nahrung sicherzustellen, Entwaldung zu stoppen und die Indigenas in Entscheidungen, die ihr Umfeld betreffen, mit einzubeziehen.

Die argentinische NGO GRR und die Gründerin des internationalen Netzwerkes Aktion GENKlage, Christiane Lüst reichten zusammen einen Parallelbericht beim UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte ein gegen die argentinische Regierung – über die fatalen Konsequenzen einer höchst besorgniserregenden globalen Entwicklung – gegen den Anbau von GEN-Soja in Argentinien. Das verletzt schwer die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der argentinischen Bevölkerung, der Bauern und Imker. Argentinien ist eines der Länder, das weltweit am meisten davon betroffen ist!

Das UN-Komitee hat nun – nach einer 3-wöchigen Sitzung – die concluding observations veröffentlicht – die Aufforderung an die argentinische Regierung Menschenrechtsverletzungen in Argentinien, u. a. auch verursacht durch die Nutzung von GVO in der Landwirtschaft umgehend zu stoppen. Hier der Textauszug des Komittees:

 10.

Das Komitee ist betroffen über die Fälle, in welchem die gestiegene Nutzung von chemischen Pestiziden und transgenem Soja in Regionen, die traditionell von indigenen Gemeinschaften bewohnt oder genutzt werden, sich negativ auf diese Gemeinschaften ausgewirkt haben. Es besorgt das Komitee, dass diesen Gemeinschaften es zunehmend erschwert wird, ihre traditionellen Anbaumethoden aufrecht zu erhalten, und das dies als eine Konsequenz ein wichtiges Hindernis für den Zugang zu sicherer, adäquater und bezahlbarer Nahrung wird.

Das Komitee stellt ebenso mit Besorgnis das Ausmaß der Abholzung der Urwälder fest, welches indigene Einwohner gezwungen hat ihre traditionell bewohnten und genutzten Territorien zu verlassen, und das trotz § 2633 des Waldschutzgesetzes. Das Komitee ist weiter betroffen über die Tatsache, dass die genannten Aktivitäten oft ohne eine effektive vorherige Konsultation der betroffenen Bevölkerungsgruppen ausgeführt werden.

Das Komitee fordert daher die Regierung auf, sicherzustellen, dass der Lebensunterhalt der indigenen Gemeinschaften und ihre wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte effektiv geschützt werden und institutionelle und prozedurale Garantien zu entwickeln, um die effektive Teilnahme der indigenen Gemeinschaften in Entscheidungsprozessen, die sie betreffen, zu sichern. Das Komitee verlangt auch, dass die Regierung die volle Umsetzung des Gesetzes Nr. 2633 und anderer Gesetze, die den Schutz von nicht wieder herzustellenden Ressourcen durch die Regierung mit dem Schwerpunkt Entwaldung zu stoppen, sicherstellt.

Kontakt:

Federico Aliaga
Grupo de Reflexión Rural
Entre Ríos 85
Bella Vista
Buenos Aires, Argentina,
www.grr.org.ar
Tel: (+54 11) 4666-5327   / (+54 11) 156-271-7524
Mail: fedali2@hotmail.com

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