Brasilien

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Pressemitteilung  4.06.09:

UN-Menschenrechtausschuss fordert Stop von Menschenrechtsverletzungen in Brasilien:

Anbau von Gen-Soja in Brasilien führt zu
zerstörten Ernten, Landlosigkeit,  Gesundheitsschäden und  Zunahme von Armut und Unterernährung

 

Via Campesina Brazil und die Gründerin der internationalen Aktion GEN-Klage
aus Gauting bei München, Christiane Lüst, haben  beim UN-Menschenrechtsausschuss in Genf über Menschenrechtsverletzungen als Folge der Agrogentechnik in Brasilien berichtet.

Der UN-Menschenrechtsausschuss hat nun – nach 3 -wöchiger Sitzung die concluding observations – die Aufforderungen an die brasilianische  Regierung Menschenrechtsverletzungen sofort zu beenden – ins Internet gestellt.

Vom Ausschuss besonders  kritisiert wurde  die Zunahme der Entwaldung ganzer Gebiete mit den entstehenden Folgen für Indigene und Kleinbauern und die daraus resultierenden Verletzungen des Rechts auf Eigentum und Selbstbestimmung, die auch in der brasilianischen Verfassung gewährleistet sind. Die brasilianische Regierung wurde aufgefordert umgehend  notwendige Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um dies zu stoppen.

„Entwaldung führt zur Zerstörung der Lebensgrundlagen von indigenen Völkern und Kleinbauern, zu Landkonzentration, Sklavenarbeit, Landflucht und Zunahme der Armut auf dem Land und zeigen die andere Seite der Sojamonokultur.  Die Flächen für den Eigenanbau werden reduziert. Urwald wird in großen Mengen abgeholzt, um neue Anbauflächen zu gewinnen. Urwaldbewohner und Kleinbauern werden von Guerillas der Großgrundbesitzer oft mit Gewalt von ihrem Grund vertrieben oder ermordet, um weitere Anbauflächen für sich zu gewinnen.“ so Antonio Andrioli von Via Campesina in dem vorgelegten Bericht.

Eine erste Maßnahme weitere Menschenrechtesverletzungen  zu verhindern ist daher ein sofortiges Stopp der Agrogentechnik in Brasilien als eine Hauptursache für Entwaldung und  Verletzungen des Rechts auf Eigentum und Selbstbestimmung.

„Schon letztes Jahr hat der  UN-Ausschuss den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft  als Menschenrechtsverletzung gerügt und das erste Mal gefordert die Bauern vor multinationalen Konzernen zu schützen und den Zugang zum alten wiederverwendbaren Saatgut sicherzustellen!

Nun wurde wiederum eine Regierung aufgefordert Rechte und Eigentum von Kleinbauern vor dem Zugriff von Konzernen zu schützen“  berichtet Christiane Lüst in ihrer Pressemitteilung. „Den internationalen Pakt für Menschenrechte haben über 140 Länder ratifiziert – auch Deutschland und Brasilien.  Damit haben sich die Länder auch verpflichtet den UN-Aufforderungen Folge zu leisten – was einen Stopp des Einsatzes der Agrogentechnik nun offiziell mit einschließt, um weitere Menschenrechtsverletzungen zu verhindern.“

Lüst hat in der Vergangenheit bereits den kanadischen Bauern und alternativen Nobelpreisträger Percy Schmeiser,  die indische alternative Nobelpreisträgerin Vandana Shiva  sowie die österreichische Organisation Pro Leben vor dem Un-Ausschuss vertreten.


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Einige Videos mit Prof Antônio Inácio Andrioli, Universität da Frontera Sul, Brasilien

Vortrag in Lengdorf/Obb. 2013

Die Saat des Bösen Teil 1

Die Saat des Bösen Teil 2

 

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