Indien

indien


Parallelbericht

Seiten aus parallelreport India - deutsch(1)

deutsche Version


 

Pressemitteilung 21.05.2008

UN-Menschenrechtsauschuss  rügt Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft  und fordert dringende Maßnahmen zum Schutz der Bauern vor Konzernen

Gemeinsam mit der Inderin Vandana Shiva, der Trägerin des alternativen Nobelpreises, hat die Gautingerin Christiane Lüst, Gründerin der internationalen Organisation Aktion GEN-Klage, beim Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen einen Bericht über dramatische Menschenrechtsverletzungen bei Bauern aufgrund der Nutzung der Agrogentechnik in Indien eingereicht – 200.000 Bauern haben sich dort deshalb schon das Leben genommen, weil sie nach dem Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft keine Wahl mehr hatten aus zunehmenden Hunger und Schulden herauszukommen.
Geklagt wurde gegen die indische Regierung auf sofortigen Stopp der Nutzung der Gentechnik in Indien zum Schutz der Bauern, Konsumenten – und der Menschenrechte.

Der UN-Menschenrechtsausschuss hat am gestrigen Montag nach 3 -wöchiger Sitzung die concluding observations – die Aufforderungen an die indische Regierung Menschenrechtsverletzungen sofort zu beenden – ins Internet gestellt.
Erstmals wurde die Einführung der Gentechnik in der Landwirtschaft als Menschenrechtsverletzung gerügt und eine Regierung aufgefordert, den Zugang der Bauern zum alten wiederverwendbaren Saatgut zu schützen und die Abhängigkeit von Konzernen zu beseitigen:

Am Montag, den 28. April wurden Vertreter der Klage aus Indien, Schweiz und Deutschland persönlich vor dem UN-Menschenrechtsausschuss in Genf angehört (s. Foto im Anhang:
Vetreter der international besetzten Delegation aus der Schweiz, Deutschland und Indien vor dem Sitz des UN-Menschenrechtskommittes in Genf bei ihrem Einsatz für das Menschenrecht auf gesunde gentechnikfreie Nahrung und eine gentechnikfreie Landwirtschaft)

„Das ist  ein internationaler Durchbruch – erstmals wurde der Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft von den Vereinten Nationen als Menschenrechtsverletzung gerügt und ein Staat aufgefordert seine Bauern vor multinationalen Konzernen zu schützen und den Zugang zum alten wiederverwendbaren Saatgut sicherzustellen!“ – so Lüst über den grandiosen Erfolg in ihrer Pressemitteilung. Lüst hat in der Vergangenheit bereits den kanadischen Bauern und alternativen Nobelpreisträger Percy Schmeiser sowie die österreichische Organisation Pro Leben vor dem Un-Ausschuss vertreten.

Der Originaltext der UN:
29)
Das Kommittee ist tief besorgt, dass die exteme Not, die die Farmer erleiden müssen, zu einer steigenden Häufigkeit von Farmer-Selbstmorden über die vergangene Dekade geführt hat. Das Kommittee ist besonders besorgt, dass die extreme Armut unter den Kleinbauern, verursacht durch den Mangel an Land, Zugang zu Krediten und adäquaten ländlichen Infrastrukturen, durch die Einführung von genetisch verändertem Saatgut durch multinationale Konzerne und  die  daraus resultierende Preiseskalation bei Saatgut, Dünger und Pestiziden, vor allem in der Baumwollindustrie, verschlimmert wurde.

68)
Das Kommittee fordert die Regierung auf … dringende Maßnahmen gegen die Armut und die Nahrungsmittelunsicherheit zu ergreifen. …

69)
Das Kommittee drängt die Regierung … alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen gegen die extreme Armut unter Kleinbauern und die landwirtischaftliche Produktion als eine wichtige Angelegenheit zu steigern … finanzielle und andere Hilfsformen für Familien von SUizid-Opfern zur Verfügung zu stellen … staatliche Unterstützung bereitzustellen, damit die Farmer vermehrungsfähiges Saatgut, dass sie wiederverwenden können, kaufen können mit dem Ziel,  ihre Abhängigkeit von multinationalen Konzernen zu beseitigen.


weitere (kurze) Videos mit Vandana Shiva:

und viele mehr auf youtube…

Kommentare sind geschlossen